Regionalbauernverband RBV Westsachsen e. V.
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17.03.2014

Milchbauern diskutierten aktuelle Lage

Am 14.03. trafen sich westsächsische Milcherzeuger verschiedener Verbände zum Informations- und Erfahrungsaustausch. Als Gast konnte der Geschäftsführer des Milchhof Adam Albert in Scheßlitz, Herr Wolfgang Dötzer, begrüßt werden. Die anwesenden Landwirte betonten, dass sie in erster Linie als Milcherzeuger und nicht als Verbandsvertreter am Tisch sitzen.

Zum Beginn des Gespräches berichtete Herr Dötzer über die derzeit laufenden Kontraktverhandlungen zur Trinkmilch. Die führenden Lebensmittelhändler versuchen dabei massiven Druck auf die Preise auszuüben. Unbedachte öffentliche Äußerungen von Landwirten oder Verbandsvertretern zu Mengen, Vollkosten oder erwarteten Preisentwicklungen könnten dabei fatale Konsequenzen haben. Entsprechende Veröffentlichungen werden sogar ins Italienische oder ins Chinesische übersetzt und von den Einkäufern in den jeweiligen Ländern bei den Preisverhandlungen zum Nachteil der Molkereien und damit auch der Milcherzeuger eingesetzt. Der Molkereivertreter bat die Anwesenden deshalb inständig, auf ihre Verbandsvertreter einzuwirken, damit diese zumindest bis zum Abschluss der Preisverhandlungen nicht mit Zahlen an die Öffentlichkeit gehen. Der in den nächsten Tagen ausgehandelte Trinkmilchpreis wird ein Indikator für die Entwicklung des Auszahlungspreises im gesamten Jahr sein. Die Preise dürfen deshalb keinesfalls kaputt geredet werden.

Die anwesenden Landwirte fanden es äußerst interessant, den Ablauf von Vertragsverhandlungen mit dem Lebensmitteleinzelhandel einmal aus erster Hand erläutert zu bekommen. Sie bekamen einen interessanten Einblick, welche Gepflogenheiten und Spielregeln zu beachten sind und unter welchen wirtschaftlichen Zwängen auch die Molkereien stehen. Dies hat sicherlich dazu beigetragen, das Verständnis für die jeweils andere Seite zu fördern.

Anschließend diskutierten die Milcherzeuger, wie es mit der Milchproduktion in Deutschland nach dem Ende der Milchquote weitergehen wird. Es wurden Themen wie flexible Mengensteuerung, A- und B-Quoten oder die zukünftige Gestaltung von Milchlieferverträgen diskutiert. Erwartungsgemäß konnte dabei aber keine Übereinstimmung erzielt werden.

Einig hingegen war man sich, dass alle Milcherzeuger das Ziel eint, einen auskömmlichen Milchpreis zu erzielen, mit dem man, wie jeder andere Unternehmer auch, Gewinn erzielen kann. ”Vom Drauflegen kann keiner dauerhaft leben, weder die Milcherzeuger, noch die Molkereien“ so die Landwirte.

Abschließend betonten die Teilnehmer der Gesprächsrunde die sachliche und konstruktive Atmosphäre und vereinbarten, sich auch zukünftig einmal jährlich zum Erfahrungsaustausch zu treffen.



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