Regionalbauernverband RBV Westsachsen e. V.
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25.09.2014

Reichlich Futter für die Flöhe

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Aufgrund des EU-weiten Verbotes der Neonikotinoide, einer Gruppe von Pflanzenschutzwirkstoffen, herrschen derzeit paradiesische Zustände für einen gefräßigen Pflanzenschädling, den Rapserdfloh. Er hat in den letzten Wochen reichlich Nahrung auf den Feldern der Region gefunden. Der Rapserdfloh bevorzugt, wie der Name schon sagt, die frisch aufgegangene Rapssaat. Da das Saatgut seit diesem Jahr nicht mehr durch eine Beizung mit Neonikotinoiden geschützt werden darf, sind die jungen Rapspflanzen eine leichte Beute für den Schädling.

Durch Lochfraß an Keim- und Laubblättern wird die Entwicklung der Rapspflanze durch die Rapserdflöhe empfindlich gestört. Dies wird zu erheblichen Ertragseinbußen führen. Möglicherweise wird sogar der Umbruch stark befallener Schläge erforderlich.

Die betroffenen Landwirte müssen nun versuchen, durch den Einsatz zusätzlicher Pflanzenschutzmittel, schlimmeres zu vermeiden.

Hintergrund:


Neonikotinoide, die im Verdacht stehen, Bienen zu gefährden, dürfen ab 1. Dezember 2013 nicht mehr ausgebracht werden.
In Deutschland wurde seit ca. 15 Jahren fast das gesamte Saatgut behandelt. Anders als die direkte Spritzung der Pflanzen ist die Beizung des Saatguts ein besonders schonendes und effizientes Verfahren im Pflanzenschutz, da dieses nicht verspritzt werden muss, sondern das Saatkorn umschließt und durch die Pflanze aufgenommen wird. Der Schädling nimmt den Wirkstoff beim Schadfraß direkt auf. Da Bienen nicht zu den Schädlingen gehören, die Rapskeimblätter befallen und abfressen, waren Sie durch den Wirkstoff in diesem Stadium nicht gefährdet.
Die Beizung war die beste Lösung hinsichtlich der benötigten Wirkstoffmenge, der zielgenauen Anwendung und des Anwenderschutzes. In Bezug auf Ertragssicherheit und Schonung von Nützlingen gibt es derzeit keine wirksame Alternative.



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