Regionalbauernverband RBV Westsachsen e. V.
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29.01.2020

Landwirte engagieren sich im Insektenschutz

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Im vergangenen Jahr haben sächsische Landwirte knapp 15.853 Hektar Ackerflächen (entspricht der Größe von rund 22.600 Fußballfeldern) freiwillig aus der Produktion genommen und darauf Blühflächen für Insekten angelegt.

Darüber hinaus beteiligen sich sächsische Landwirte auf mehr als 23.678 Hektar (entspricht der Größe von rund 33.800 Fußballfeldern) am Umweltprogramm „Artenreiches Grünland“.

Weitere 11.877 Hektar Brachen und Streifen (entspricht der Größe von rund 16.900 Fußballfeldern) wurden in Sachsen im Rahmen des sogenannten Greenings aus der Produktion genommen, der Selbstbegrünung überlassen bzw. mit Blühmischungen angesät.

Damit stellen sächsische Landwirte auf insgesamt rund 51.400 Hektar (entspricht der Größe von rund 73.400 Fußballfeldern) ein vielfältiges Nahrungsangebot für zahlreiche Insekten zur Verfügung. Darüber hinaus stellen die Blüh- und Brachflächen auch für andere Tiere wichtige Nahrungs-, Fortpflanzungs- und Rückzugsbiotope dar und bereichern das Landschaftsbild. Sächsische Landwirte leisten somit einen wertvollen Beitrag zum Insektenschutz und zur Erhaltung der Artenvielfalt.

Auf den Flächen tummelten sich zahlreiche Bienen, Hummeln und Schmetterlinge (u.a. Sandbiene, Erdhummel, Steinhummel, Hainschwebfliege, Halbmondschwebfliege, Dickkopffalter, Distelfalter, Kleiner Feuerfalter, Kleines Wiesenvögelchen, Mauerfuchs, Schachbrettfalter, Weißklee-Gelbling und verschiedene Bläulingsarten). Besonders erfreulich: 2019 konnte erstmals die Westliche Keiljungfer, eine in Sachsen bisher sehr seltene Libellenart, nachgewiesen werden.

Viele Landwirte würden gern auch noch mehr tun, brauchen aber dazu die Unterstützung der Bevölkerung. Da die verfügbaren finanziellen Mittel für die sächsischen Agrarumweltprogramme schon seit geraumer Zeit ausgeschöpft sind, können zusätzliche Blühflächen nur noch über Bienenpatenschaften finanziert werden.

Viele Bürger wünschen sich mehr Artenvielfalt und möchten auch Bienen und Insekten schützen, aber nicht jeder hat die Möglichkeit dazu. Deshalb haben einige Landwirte im vergangenen Jahr erstmals Flächen für Bienenpatenschaften bereitgestellt.

So wurden beispielsweise in Chemnitz, Kirchberg und Ottendorf mehr als 5 Hektar (entspricht rund 7 Fußballfelder) Blühfläche von Landwirten angelegt. Das Anlegen von Blühflächen kostet natürlich auch Geld. Ob Grundsteuer, Flächenpacht, Saatgut, Löhne oder Kosten für Technik, alles muss geschultert werden. Außerdem können auf diesen Flächen keine Produkte geerntet werden, die am Markt verkauft werden können. Landwirte müssen aber von den Flächen auch Einnahmen erzielen, um ihre Familien ernähren zu können.

Mit dem Abschluss einer Bienenpatenschaft übernehmen Bürger oder Unternehmen die Kosten für jeweils 100 m² Blühfläche und zahlen dafür einen einmaligen Betrag für ein Jahr. Wenn sich genügend Paten an der Finanzierung von Flächen beteiligen, sind Landwirte auch gern bereit, weitere Blühflächen anzulegen.



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