Regionalbauernverband RBV Westsachsen e. V.
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05.11.2020

DURCHGEFALLEN! - Großteil sächsischer Messstellen für Nitratmessung ungeeignet!

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Heute fand die von vielen sächsischen Landwirten schon mit großer Spannung erwartete Pressekonferenz des Sächsischen Landesbauernverbandes (SLB) zu einem Gutachten zur Eignung der Messstellen für die Ausweisung von nitratbelasteten Gebieten (sogenannte rote Gebiete) statt.

Die Ausweisung dieser Gebiete hatte im vergangenen Jahr für sehr viel Unmut unter den Landwirten gesorgt und heftige Proteste ausgelöst. Seitens der Bauern bestanden erhebliche Zweifel an der Funktionsfähigkeit zahlreicher sächsischer Grundwassermessstellen. Deshalb hatte der SLB im Frühjahr ein Gutachten zur Überprüfung der Messstellen in Auftrag gegeben. Von einem renommierten Gutachterbüro wurden 173 staatliche Messstellen in den roten Gebieten einer kritischen Prüfung unterzogen. Dabei wurden bauliche Aspekte, Wartung und Instandhaltung, Probennahme und hydrochemische Analyse, Repräsentativität und vieles mehr geprüft. Da bestimmte bautechnische Mängel einen großen Einfluss auf die Wasserchemie haben können, ist der Zustand von sehr hoher Bedeutung für das Messergebnis.

Nach Zusammenfassung aller Prüfkriterien wurden lediglich 7 der 173 untersuchten Messstellen als geeignet bewertet. Das sind gerade mal 4%! 18 Messstellen sind eingeschränkt geeignet (entspricht 10%). Wenn man also beide Augen zudrückt, und das fällt uns in diesem Fall sehr schwer, sind lediglich die Messwerte von knapp 15% der Messstellen für die Ausweisung der roten Gebiete mehr oder weniger geeignet.

Dieses erschütternde Ergebnis ist eine schallende Ohrfeige für die Sächsische Staatsregierung, insbesondere für das für die Ausweisung der roten Gebiete zuständige Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie. In einer öffentlichen Anhörung vor dem Landwirtschaftsauschuss des Sächsischen Landtages im März diesen Jahres hatte ein Vertreter dieses Amtes im Brustton der Überzeugung dargelegt: „Wir betreiben in den Messnetzen durch Regelwerke, Betriebsanweisungen und ein Qualitätsmanagement entsprechende Qualitätssicherungsmaßnahmen. Wir führen Weiterbildungen und Vergleichsprobenahmen mit anderen Bundesländern durch, sodass aus unserer Sicht im Messnetz eine hohe Qualität gewährleistet ist.“ Mit dieser Meinung steht er aber ziemlich allein. Das Gutachten kommt da zu einer völlig anderen Bewertung!

Würden Landwirte bei einer Betriebskontrolle mit ähnlich gravierenden Mängeln auffallen, müssten sie unter Umständen mit einer 100%igen Betriebsprämienkürzung rechnen. Wir sind gespannt, mit welchen Konsequenzen die verantwortlichen Mitarbeiter des Landesamtes zu rechnen haben.

Aufgrund des desaströsen Ergebnisses der Messstellenbewertung erwarten wir von der Sächsischen Staatsregierung die sofortige Aufhebung aller roten Gebiete, die auf Basis der als ungeeignet bewerteten Messstellen festgesetzt wurden!

Quelle: Sachsens Bauern
ww.facebook.com/sachsensbauern.de



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